Die Runden Tische der Breuninger Stiftung

KULTUR FÜR ALLE
Stuttgart

Auftraggeber

Bürgerstiftung Stuttgart

Auftrag

Kultur soll auch für die Stuttgarter erlebbar sein, die Interesse an Kultur haben, sich die Teilnahme aber nicht leisten können.  Die Idee, dafür etwas zu tun, wurde von der Caritas über die Stadt Stuttgart an die Bürgerstiftung Stuttgart herangetragen. Aufgebaut werden sollte eine Struktur, die ein solches Angebot (nach einer Testphase) langfristig und nachhaltig sichern könnte. Obwohl für bestimmte benachteiligte Personengruppen in Stuttgart bereits der Zugang zu Kulturangeboten ermöglicht wird (z.B. "Kultur- und Freizeitinitiative der Tagesstätte Olga" der Caritas Stuttgart oder der "Dingstag" im Theater Rampe usw.), werden viele benachteiligte Personen durch die bestehenden Angebote noch nicht erreicht.

Finanziell Benachteiligte erhalten von der Landeshauptstadt Stuttgart einen so genannten "Sozialpass" bzw. die "Bonuskarte". Gegebenenfalls könnte sich das zu entwickelnde Angebot im Rahmen von "Kultur für Benachteiligte" an diesen Pass/die Karte koppeln.

Die Bürgerstiftung wurde angefragt, weil es für diese Idee vielfach Sympathie in der Stadt gab, es bislang aber nicht gelungen war, alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen. Zur  Realisierung dieses Runden Tisches konnte die Bürgerstiftung die Spende einer Stuttgarter Bürgerin einsetzen

Arbeitssschritte

Am Beginn stand die Einladung zum Runden Tisch der Bürgerstiftung Stuttgart zum Thema "Kultur für Benachteiligte". Dieser Einladung waren etwa 40 Personen gefolgt, darunter Vertreter von städtischen Ämtern, Kultureinrichtungen und des Gemeinderates. Ergebnis war die Verabredung, sich erneut zu treffen und  einen Vertreter des Vereins "Hunger auf Kunst und Kultur", der  erfolgreich in der Stadt Wien tätig war, einzuladen.

Auf dieser zweiten Versammlung wurde  eine Projektgruppe gebildet, die - gewissermaßen im Auftrag des Plenums - einen für Stuttgart geeigneten Umsetzungsvorschlag erarbeiten sollte. Diese Gruppe bestand aus  zehn Personen, die  u.a.  Arbeitsloseninitiativen,  das Sozial- und das Kulturamt und  Kultureinrichtungen vertreten haben. Die Moderation  und die Prozessbetreuung hat die Breuninger Stiftung bzw. die Bürgerstiftung übernommen.

Die Ergebnisse der Projektgruppensitzungen wurden immer allen Mitgliedern des Plenums zugänglich gemacht, so daß sie kommentiert werden konnten. Nach fünf Sitzungen hatte die Projektgruppe die konzeptionellen Grundlagen erarbeitet, die dann dem Plenum vorgestellt und dort diskutiert wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch der Arbeitstitel "Kultur für Benachteiligte" aufgegeben zugunsten des nicht diskriminierenden und programmatisch klareren Titels "kultur für alle".

Nachdem in der zweiten Phase der Projektgruppenarbeit die Details ausgearbeitet, ein Umsetzungsplan, ein Erscheinungsbild und die Satzung eines Trägervereins ausgearbeitet worden waren, konnten in einer vierten Plenumsveranstaltung die Ergebnisse freigegeben werden;  im Anschluss daran wurde der Verein gegründet. In Kooperation mit der Landeshauptstadt Stuttgart wurde die bestehende "Bonuscard" zur "Bonuscard + Kultur" erweitert und aufgewertet.

15.09.2008

Auftaktveranstaltung mit ca. 40 Teilnehmer/innen

29.01.2009

Zweite Veranstaltung mit ca. 40 Teilnehmer/innen und Referat von „Hunger auf Kunst und Kultur“, Wien; Bildung einer Projektgruppe

26.02.2009

1.     Sitzung der Projektgruppe

17.03.2009

2.     Sitzung der Projektgruppe

22.04.2009

3.     Sitzung der Projektgruppe

14.05.2009

4.     Sitzung der Projektgruppe

08.06.2009

5.     Sitzung der Projektgruppe

25.06.2009

Präsentation der Zwischenergebnisse mit ca. 40 Teilnehmer/innen

08.09.2009

6.     Sitzung der Projektgruppe

21.09.2009

7.     Sitzung der Projektgruppe

06.09.2009

8.     Sitzung der Projektgruppe

27.10.2009

9.     Sitzung der Projektgruppe

09.11.2009

10.  Sitzung der Projektgruppe

03.12.2009

Präsentation der Ergebnisse und
Gründung des Vereins „kultur für alle“

Ergebnisse

Der Runde Tisch fand einen allseits anerkannten Weg zur  stärkeren Beteiligung von Menschen mit wenig Geld an Kulturangeboten. Die Zahl der teilnehmenden Kultureinrichtungen und die Zahl der Nutzer/innen wächst ständig. Eine Evaluation im Jahr 2011 ergab: KULTUR FÜR ALLE ermöglicht ein Stück Lebensqualität für Menschen, die sich Kulturbesuche sonst nicht leisten können.
Die Initiative (bzw. der dahinter stehende Verein) hat eine gute Resonanz in der Öffentlichkeit und schafft es immer wieder, für ihre Arbeit Spenden einzuwerben. Der Verein beschäftigt eine Mitarbeiterin (Geschäftsführung) auf Teilzeitbasis.

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